Volker König - In Zukunft Chillingham

 

Am Rande einer Wiese in der Grafschaft Tankerville, nahe der Ortschaft Chillingham, erschien Rhaankg, völlig unpassend in einen tadellosen grauen Anzug gekleidet, mit seiner Zeitmaschine. Der Multiple hatte ihn zwar in die Geheimnisse der Maschine eingeweiht, hatte ihm die Bedeutung der drehbaren Scheiben erklärt, ihn zwei, drei kurze Testreisen durchführen lassen, die zu seiner Zufriedenheit verlaufen waren, aber Rhaankg hatte wohl doch irgendetwas durcheinandergebracht. Er hatte ja auch an viel zu denken.
Da waren erst einmal diese Scheiben. Sie bildeten das dicke Ende der Keule und mussten, angefangen von der Scheibe an der Spitze, gegeneinander verdreht werden. So stellte er die Zeit ein. Dann musste er einen Anzug auswählen, der, und da waren sich alle einig, allzeitig sein sollte. Dieser graue war dabei herausgekommen. Rhaankg sollte, so hatte ihm der Multiple eingeschärft, beim Eintreffen in einer anderen Zeit sehr behutsam vorgehen. Die Zeitblase, in die er eingehüllt war, sollte er zunächst intakt lassen, damit er nicht gesehen wurde, selbst aber alles sehen und sogar ein wenig hören konnte. Er sollte dann, wenn er sich sicher genug fühlte oder unbedingt mehr hören musste, die Blase platzen lassen. Er sollte erst einmal nichts essen oder trinken, keine Gespräche führen, aber die Ohren offen halten. Die Spur des Schöpfers würde sich nur schwer finden lassen, aber Rhaankg würde dank seiner Fähigkeiten sicher fündig.
Dann wollten einige im Saal etwas mitgebracht haben, dann wollten alle etwas mitgebracht haben, was Rhaankg ihnen ausreden konnte. Vor allem aber solle er ihnen für die Rückkehr etwa einen Monat Zeit lassen, damit sie alles für die Ankunft des Schöpfers herrichten konnten. Für ihn sei das ja ein Klacks, denn schließlich könne er sich aussuchen, wann er wieder in ihrer Zeit und ihrer Gegend auftauchen würde. Kanzler Pembantu hatte sich erkundigt, ob man den Eintreffort festlegen könne, was der Multiple verjeint hatte. Das eine ginge mit dem anderen einher. Das Kontinuum halt. Aber mit ein wenig Geschick ließe sich allerhand steuern. Daraufhin hatte Kanzler Pembantu den schon leidlich überforderten Rhaankg beiseite genommen und ihm zugeflüstert, dass er genau diese Geschicklichkeit von ihm erwarte, damit er mit dem Schöpfer in einem Monat genau vor dem Standbild der Urmutter erscheint. Andernfalls könne Rhaankg sich alles, was er vom Leben erwarte, von der Backe schmieren.
So unter Druck gesetzt musste Rhaankg wohl etwas nicht richtig umgesetzt haben. Anstatt also am letzten bekannte Aufenthaltsort von Urmutter Bee anzukommen, war er am Rande dieser Wiese erschienen.
Als erstes sah er eine Kuh. Diese Kuh war weiß mit fuchsroten Ohren. Sie stand mit ihren weißen Beinen im feuchten Gras, sie stand gewissermaßen in ihrem Teller. Rhaankg hatte noch nie eine Kuh gesehen, und so war er unsicher, wie er sich verhalten sollte. Vorsichtshalber stellte er sich hinter eine  uralte Eiche, und das war gut so, denn diese Kuh war brandgefährlich!

 

 

Zornige Chillingham-Rinder fädeln eine Katastrophe zur Vernichtung der Menschheit ein. Die Nachkommen der wenigen Überlebenden entsenden 250 Jahre später ihren besten Mann in die Vergangenheit, um Licht in ihre Herkunft zu bringen. Das hätten sie besser gelassen …

Der skurrile Roman folgt schlaglichtartig den handelnden Personen, Tieren oder Dingen auf einer mehrere hundert Jahre umfassenden Raum-Zeitreise durch die Niederungen ihrer Überheblichkeit. Eine ko(s)mische Dystopie.

Roman, E-Book

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