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Schlagwort: Humor

Tantenfieber

Titel8

Als Walter Semmler während seiner Mittagspause zur Bibliothek lief, die Sonne tauchte alles in ein gelbes Licht, zwitscherten die Vögel. Semmler blieb stehen und lauschte.
Eigentlich wunderhübsch, dachte er und versuchte mit schief gehaltenem Kopf die Quelle der Geräusche auszuloten. Da! Da saß einer in den Büschen und sang aus Leibeskräften.
Semmler vermutete, dass das ein Balz- oder Reviergesang war. Er hatte das einmal in einer Naturdokumentation gesehen. Früher hatte er geglaubt, dass die Büsche diese Geräusche machten, aber da war er noch sehr klein gewesen. Erst später, nachdem er seine erste Brille bekommen hatte, hatte er die kleinen Tiere in den Zweigen entdeckt.

Und heute: Wenn er einen angemessenen Abstand zu den Büschen einhielt, konnte er nicht unterscheiden, ob es die Vögel oder die Büsche waren, die da sangen.

Walter Semmler ist über 40, extrem kurzsichtig, Bankangestellter und Jungfrau.
Die geheimnisvoll attraktive und junge Tante Goutiette bedroht plötzlich das streng geordnete Leben des Muttersöhnchens. Semmler muss sie loswerden!
Dafür gewinnt er eine Frau zur Hilfe. Das gefällt sowohl seiner Nachbarin als auch seiner Mutter gar nicht. Anderen aber schon.
Wird der Eigenbrötler einem perfiden und absurden Spiel aus Liebe, Eifersucht und Macht gewachsen sein?

Roman, 164 Seiten, Paperback

Erhältlich vorerst nur noch beim Verlag

Dicke Enden

Bild1

Helene ist am Montag Hella. Sie ist fest entschlossen. Helene ist zwölf. Montag ist Karneval. Sie geht als Nutte.
Wir lächeln. Andere gingen als Piraten, noch andere als Hexen.
Sie hört nicht. Sie will etwas Reales. Eigentlich ist sie klug. Ihre Lehrerin hat sie sich ausgeguckt. Sie will alles ganz genau so machen. Sie will ganz echt sein – am Montag als Hella.
Wir werten es als Flause. Angemalt, ausgestopft, kurzberockt. Sie gefällt sich als Gefallene. Sie hat es anderen gezeigt!
Wir lächeln nicht mehr.
Ihr kleiner Freund findet sie cool, die anderen Kurzen ohne Meinung. Deren Eltern nicht. Die beäugen uns. Die vermuten etwas, plaudern das weiter.
Helene probt mit hohen Hacken. Auf dem Bordstein schwalbt sie herum, steht an der Ecke. Angewinkeltes Bein und Zigarette. Teufel, wo sie die her hat. Nein, sie rauche nicht, vielleicht am Montag. Sie klatscht Farbe gegen den Mund, bläut die Augen, trägt Perücke. Sie verlangt ihren Preis!
Man lädt uns aus, keine Stimme am Telefon. Es folgen Zettel, zusammengeklebte Worte. In dieser besseren Gegend. Der Pastor, Himmel, der Pastor! Er lässt ein Kreuz zurück. Noch kein Jugendamt.
Wir reden. Wir taktieren. Karneval sei nur so als ob. Karneval sei nicht echt. Sie folgt uns nicht. Wir müssen tapfer sein.

Ein Adventskalender mit 358 Türchen, ein Prost in die Weiten des Universums und ein Pfirsich, der nach dem Sinn in seinem Leben sucht.
Vierundzwanzig Texte in Prosa und Lyrik, die einen haarsträubend besinnlichen Blick auf das werfen, was wir die Wirklichkeit nennen.
Wir sind gut beraten, einen Schritt neben uns zu stehen, um den dicken Enden gelassen entgegenblicken zu können.

Kurztexte mit Kritzelzeichnungen, 120 Seiten, Paperback

Eine Video-Leseprobe findet sich hier.

Erhältlich nur noch beim Verlag

Die Farbe des Kraken

Deckblatt10

Ich könnte mit meinen Eltern beginnen, zwei grundgütigen Menschen, die mich in gutem Glauben erzogen haben und mich so in die Arme der Hippies trieben, die mir Blumen im Haar, Blumen im Muster der Kleidung, Blumen in Gewehrläufen und Blumen im Kopf schmackhaft machten, und wie es mir gefallen hat, alle Hüllen fallen zu lassen, um mir ein paar Blumen überzuwerfen, bis mir die finanziellen Mittel ausgingen.
Ich könnte auch mit dem Schrottplatz beginnen, der mich vor dem Sturz in ein Loch, tief und schwarz und stark wie eines dieser schwarzen Löcher, die alles anziehen und nichts wieder frei geben, bewahrte, und der mein Denken mehr und mehr gefangen nahm, bis ich damit liebäugelte, mein Biologiestudium, das ich der Blumen wegen, und mein Physikstudium, das ich des Universums wegen begonnen hatte, kurz vor Ende abzubrechen, um den Schrottplatz mein Universum sein zu lassen.
Tatsächlich genügt es aber, von meinem zweiten Herz in meiner Brust zu berichten, das aus der grenzenlosen Freiheit, dem „Dürfen“ aller Dinge ein „Nehmen“ fremder Sachen gemacht hatte. Denn nur darum ging ich neben meinen Studien und den eigentlichen Geschäften auf so einem Schrottplatz auch ein paar Sondersachen nach. Keine großen Sachen, aber regelmäßig.

Eines schönen Tages wird Kurt aus seinem Leben gerissen, weil ihn jemand umlegt. Er gerät in eine ebenso skurrile wie seltsam vertraute Welt.
Soll er sich mit ihr abfinden, oder ihr zu entkommen suchen?

Novelle, 104 Seiten, Paperback

Das große Q auf schwarzem Grund im Cover des Titels steht für Qindie, und Qindie steht für qualitativ hochwertige Indie-Publikationen. Achten Sie also künftig auf das Qindie-Siegel! Für weitere Informationen, News und Veranstaltungen besuchen Sie die Website: http://www.qindie.de/

Eine Video-Leseprobe findet sich hier.

Erhältlich bei Amazon aber auch direkt beim Verlag.

In Zukunft Chillingham

Volker König - In Zukunft Chillingham

 

Am Rande einer Wiese in der Grafschaft Tankerville, nahe der Ortschaft Chillingham, erschien Rhaankg, völlig unpassend in einen tadellosen grauen Anzug gekleidet, mit seiner Zeitmaschine. Der Multiple hatte ihn zwar in die Geheimnisse der Maschine eingeweiht, hatte ihm die Bedeutung der drehbaren Scheiben erklärt, ihn zwei, drei kurze Testreisen durchführen lassen, die zu seiner Zufriedenheit verlaufen waren, aber Rhaankg hatte wohl doch irgendetwas durcheinandergebracht. Er hatte ja auch an viel zu denken.
Da waren erst einmal diese Scheiben. Sie bildeten das dicke Ende der Keule und mussten, angefangen von der Scheibe an der Spitze, gegeneinander verdreht werden. So stellte er die Zeit ein. Dann musste er einen Anzug auswählen, der, und da waren sich alle einig, allzeitig sein sollte. Dieser graue war dabei herausgekommen. Rhaankg sollte, so hatte ihm der Multiple eingeschärft, beim Eintreffen in einer anderen Zeit sehr behutsam vorgehen. Die Zeitblase, in die er eingehüllt war, sollte er zunächst intakt lassen, damit er nicht gesehen wurde, selbst aber alles sehen und sogar ein wenig hören konnte. Er sollte dann, wenn er sich sicher genug fühlte oder unbedingt mehr hören musste, die Blase platzen lassen. Er sollte erst einmal nichts essen oder trinken, keine Gespräche führen, aber die Ohren offen halten. Die Spur des Schöpfers würde sich nur schwer finden lassen, aber Rhaankg würde dank seiner Fähigkeiten sicher fündig.
Dann wollten einige im Saal etwas mitgebracht haben, dann wollten alle etwas mitgebracht haben, was Rhaankg ihnen ausreden konnte. Vor allem aber solle er ihnen für die Rückkehr etwa einen Monat Zeit lassen, damit sie alles für die Ankunft des Schöpfers herrichten konnten. Für ihn sei das ja ein Klacks, denn schließlich könne er sich aussuchen, wann er wieder in ihrer Zeit und ihrer Gegend auftauchen würde. Kanzler Pembantu hatte sich erkundigt, ob man den Eintreffort festlegen könne, was der Multiple verjeint hatte. Das eine ginge mit dem anderen einher. Das Kontinuum halt. Aber mit ein wenig Geschick ließe sich allerhand steuern. Daraufhin hatte Kanzler Pembantu den schon leidlich überforderten Rhaankg beiseite genommen und ihm zugeflüstert, dass er genau diese Geschicklichkeit von ihm erwarte, damit er mit dem Schöpfer in einem Monat genau vor dem Standbild der Urmutter erscheint. Andernfalls könne Rhaankg sich alles, was er vom Leben erwarte, von der Backe schmieren.
So unter Druck gesetzt musste Rhaankg wohl etwas nicht richtig umgesetzt haben. Anstatt also am letzten bekannte Aufenthaltsort von Urmutter Bee anzukommen, war er am Rande dieser Wiese erschienen.
Als erstes sah er eine Kuh. Diese Kuh war weiß mit fuchsroten Ohren. Sie stand mit ihren weißen Beinen im feuchten Gras, sie stand gewissermaßen in ihrem Teller. Rhaankg hatte noch nie eine Kuh gesehen, und so war er unsicher, wie er sich verhalten sollte. Vorsichtshalber stellte er sich hinter eine  uralte Eiche, und das war gut so, denn diese Kuh war brandgefährlich!

 

 

Zornige Chillingham-Rinder beschließen die Vernichtung der Menschheit. Das Universum haben sie schon auf ihrer Seite.

Die Überlebenden der globalen Katastrophe entsenden zwar Jahrhunderte später ihren besten Mann in die Vergangenheit, um Licht in ihre Herkunft zu bringen.

Doch genau das hätten sie besser gelassen …

 Roman

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